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Saland

8493 Saland, Gemeinde Bauma, Kanton Zürich
GPS Koordinaten / Geodaten
Länge 8.85 / 8°50’60’’
Breite 47.3833 / 47°22’60’’
Historie
Politische Gemeinde ZH, Bezirk Pfäffikon, am Fuss des
Hörnli im oberen Tösstal gelegen, bestehend aus den zwei Gemeindeteilen Bauma
und Saland mit rund 80 Weiler- und Einzelhofsiedlungen in der Talsohle und an
den Abhängen, u.a. dem früh erw. Hörnen (869 Huornomarcha), Blitterswil,
Wellenau, Undel, Bliggenswil, Lipperschwendi und Laubberg. 1470 Boumen.
1468 27 Haushaltungen; 1634 455 Einw.; 1691 1'082; 1772 2'530; 1836 3'217; 1850
2'993; 1900 2'768; 1950 2'989; 2000 4'259.
Eine dauerhafte Besiedlung erfolgte vom 7. bis 10. Jh.
von Westen her, zunächst auf Geländeterrassen und am Rande des Talbodens.
Zentrum des im 12. und 13. Jh. intensivierten Landesausbaus war der Burgsitz Alt-Landenberg
. Charakteristisch für das 16. bis 19. Jh. wurde die Ausbildung mehrerer
Flarzdörfchen. Das grosse Gemeindegebiet ging mehrheitlich aus dem
Niedergerichtssprengel des 1549 von Zürich erworbenen St. Galler Burglehens
Alt-Landenberg hervor; südöstlich des Tösslaufs folgt die Gemeindegrenze der
ehem. Kyburger Landmarch. Eine selbstständige Gemeinde entwickelte sich erst
nach dem Bau einer eigenen Kirche (1651). Neben der damals von Bäretswil und
Pfäffikon abgetrennten Kirchgemeinde entstanden im 17. und 18. Jh.
Schulgemeinden in Undel, Lipperschwendi und Blitterswil (zusammengelegt 1959).
Seit der Helvetik besitzt die polit. Gemeinde eigene Behörden und Finanzmittel.
Die bestehende Zivilgemeinde B. ging im 19. Jh. aus einer mit der
Jahrmarktsaufsicht betrauten Fleckengenossenschaft hervor.
Bauma liegt im Übergangsgebiet von der Ackerbau- zur
Graswirtschaftszone. Vom SpätMA an verlor der Getreidebau (grösste Ausdehnung
um 1300, Umwandlung des Sennhofs Wellenau in verzelgte Ackerflur) gegenüber
Viehwirtschaft und vorindustrieller Heimarbeit (im 17. und 18. Jh. Ablösung der
v.a. nach St. Gallen orientierten Leinenweberei durch Baumwollverarbeitung) an
Boden. Der seit 1661 abgehaltene regionale Wochenmarkt förderte den Einfluss
der Zürcher Tuchherren und eine lokale Sozialstruktur, welche von wohlhabenden
Vieh- und Kornbauern, Gewerbeinhabern (Müller, Ladenhändler, Färber, Wirte) und
Tuchverlegern einerseits, andererseits einer rasch wachsenden Mehrheit
kleinbäuerl. Heimarbeiter bestimmt war. Die geogr. Randlage, die
Streusiedlungsweise und Einflüsse vom Zürichsee bis zum Voralpengebiet prägten
eine eigenständige Mentalität, die zeitweise in polit. und religiösem
Nonkonformismus (Täufer im 16. und 17. Jh., Separatisten um 1770-80) zum
Ausdruck kam. Im 19. Jh. verbesserten sich die Verkehrsbedingungen dank
Strassen- und Bahnbau (Tösstalstrasse 1835, Verbindung nach Wetzikon 1839,
Tösstalbahn 1876, Uerikon-B.-Bahn 1901). An der Töss und an Nebengewässern
entstanden nach 1821 mehrere Textilfabriken, ferner im letzten Viertel des 19.
Jh. verlagsmässig betriebene Stickerei-Lokale. 1905 stellte das Textilgewerbe
515 der 1'725 Arbeitsplätze. Daneben wurde Holz zu Gebrauchsgegenständen
verarbeitet (daher der Ausdruck "Chelleland"). 1986 schloss die
letzte Textilfabrik ihre Tore. Zentralörtl. Funktionen für das Zürcher
Berggebiet (Gewerbezentrum, Hallenbad, Kreisspital), Naherholungstourismus
(u.a. Guyer-Zeller-Wanderwege, Museums-Dampfbahn) und eine wachsende Zahl von
Wegpendlern bestimmen die jüngste Gemeindeentwicklung.
(Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz)